Der Erzbischof Tikhon von Podolsk, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland, besuchte am 23. September die Stadt Mönchengladbach

Mit großer Freude wurde der Erzbischof von den Kindern der Sonntagsschule empfangen.

Der Metropolit übernahm die Leitung der göttlichen Liturgie in der Kirche des Hl. Antonius des Großen.

Seiner Eminenz dienten Erzpriester Aleksej Ribakovs, Kirchenvorsteher, Diakon Archil Tschikwadze und Hypodiakon Igor Wachruschkin mit.

Im Anschluss der Liturgie gratulierte der Erzbischof Tikhon der Kirchengemeinde zum Feiertag und hielt Rede:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Liebe Brüder und Schwester!

Ich gratuliere Ihnen zu dem Hochfest, der Geburt der allreinen und der allheiligen Gebieterin Jungfrau Maria und noch zu einem wichtigen Fest. In der Sprache der Kirchenordnung heißt dieser Sonntag „Woche vor der Kreuzerhöhung“. Und uns wurde ein Auszug aus dem Evangelium vorgelesen, der über die unsägliche Liebe Gottes zu den Menschen und über das Herabsenden des Gottessohnes auf die Erde spricht. „Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn, der im Himmel ist. Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muss des Menschen Sohn erhöht werden, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“

Bevor der Heiland auf die Welt kam, herrschte die Sünde über die Menschheit. Und niemand, der auf der Erde geboren wurde, auch wenn er heiliges Leben führte und dem Gott diente, konnte in den Himmel steigen. Der Himmel war geschlossen. Geschlossen durch den Sündenfall der ersten Menschen und viele Sünden der Nachkommen von Adam durch gänzliches Unvermögen der menschlichen Natur.

Nur der Gott hat durch Menschenwerdung, Leiden am Kreuz, durch den Tod und Auferstehung den Himmel aufgetan. Nicht den Himmel den wir alle sehen und den wir uns vorstellen, sondern den Himmel, wo die Wahrheit herrscht und wo Liebe Gottes auf jeden einzelnen Menschen wartet. Diese Liebe sollen wir mit dem unseren Leben erwidern.

… Der Gott hat Seine Liebe bewiesen, wenn man sich so ausdrücken kann, hat Liebe zu jedem von uns bewiesen, zu mir, zu der Menschheit, durch das Leiden am Kreuz.

…Bevor der Gott gekreuzigt wurde, bedeutete das Kreuz Schande, war erniedrigende Todesstrafe. Seit dem Moment als der Gott seine Arme auf dem Kreuz ausgebreitet hat, wurde das Kreuz zu dem Symbol des Sieges über den Satan, über das Böse und selbst über den Tod. Das Kreuz bedeutet unsägliche Gottesliebe zu dem Menschen. Deswegen verehren wir das Kreuz, blickend auf den gekreuzigten Gott, küssen es, bitten den Gott uns alles Notwendige für die Rettung in Ewigkeit zu geben. Bis ins Unendliche liebt der Gott seine Schöpfung – den Menschen. Wie sollen wir, Christen, diese Liebe erwidern? Auf welche Weise? „Wer mein Jünger sein will, – sagt die gekreuzigte Liebe, – nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Darin besteht das Glück für den Menschen! Durch das Tragen des eigenen Kreuzes im Leben wird man gerettet. Das eigene Kreuz wird zum Kreuz Jesus Christi. Und in dem Moment, wenn das eigene Kreuz scheint schwer und unerträglich zu sein, bietet der Gott uns seine hilfreiche Hand und hilft uns unsere Kreuze zu tragen. Er will uns retten und zu den Nachfolgern des Gottesreiches machen…

Der Metropolit sprach auch über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Generationen.

„… Wenn man auf die jubelnden alten Menschen in Europa schaut, und nicht nur dort, beschäftigen sie sich nur mit sich selbst. Sie erhalten soziale Leistungen und verbringen ihre Zeit mit Spaß, amüsieren sich. Soll das sein? Niemand kann das verneinen. Es soll so sein. Omas und Opas sollten Kloster oder irgendwelche Städte besuchen, reisen. Aber deren Hauptaufgabe soll die Enkelkinder sein! Ihre Hilfe bei der Erziehung der jungen Generation. Dieser Kontakt ist Verbindung der Generationen, er hinterlässt in den kindlichen Seelen eine tiefe Spur, die das Kind durch sein ganzes Leben mit Erinnerungen an seine Omas und Opas trägt. Und es wird seinen Eltern dankbar sein für die Erziehung, und all die Mühe Geld für die Ausbildung zu verdienen und die Mühe, die Kinder glücklich zu machen. Und auch andere Menschen glücklich zu machen, daran muss man auch denken.!

Amen“